Deutscher Zukunftspreis

 Oldenburger Exponat in der Hall of Fame des Deutschen Museums

München/Oldenburg. Der alljährliche Workshop der Medizinischen Physik fand dieses Jahr in der Nähe von München statt. Grund dazu war nicht nur das 20-jährige Jubiläum der Abteilung, sondern die Enthüllung eines neuen Ausstellungsmoduls in der Dauerausstellung zum Deutschen Zukunftspreis im Deutschen Museum.

Das Ausstellungsmodul stellt die Bedeutung des mit dem Deutschen Zukunftspreises 2012 prämierten Projekts „Binaurale Hörgeräte – räumliches Hören für alle“ von Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier und Prof. Dr. Volker Hohmann (Medizinische Physik, Universität Oldenburg) und Dr. Torsten Niederdränk (Siemens AG, München) hervor und verdeutlicht der Öffentlichkeit auf spielerische Weise, wie wichtig binaurales (beidohriges) Hören ist. Es zeigt in mehreren Vitrinen das Prinzip des binauralen Hörens und die Übertragung dieses Prinzips auf moderne Hörgerätetechnik.

Blickfang des Exponats sind ein Kunstkopf und ein in einem Computerspiel integrierter Avatar, der sich durch ein akustisches Szenario navigieren lässt und dem Besucher die Bedeutung der Binauralität verdeutlicht. Die im Exponat gezeigten virtuellen akustischen Szenarien mit veränderbaren binauralem Effekt wurden im Rahmen der Forschergruppe „Individualisierte Hörakustik“ von Dr. Giso Grimm entwickelt und zusammen mit dem Deutschen Museum und der Berliner Firma Holodyne in Szene gesetzt. „Die Echtzeit- Auralisierung „schwieriger“ akustischer Umgebungen in einer komplexen virtuellen Welt mit interaktiver Steuerung ist an der Grenze des derzeit technisch Machbaren. Wir sind froh und stolz darauf, dass unsere Forschungs-Plattform zum Testen zukünftiger binauraler Hörgeräte auf diese Weise auch der Öffentlichkeit zugänglich wird“ freut sich Prof. Kollmeier. Weitere „Sichtfenster“ im Exponat zeigen anhand exemplarischer historischer Beispiele die Entwicklung der Hörgeräte vom Hörrohr über analoge Hörgeräte bis zu den binauralen Hörgeräten der digitalen Zeit.

„Eine besondere Freude für uns Preisträger war natürlich, dass die ganze Abteilung Medizinische Physik bei der feierlichen Enthüllung dabei war – ein besonderes Dankeschön an die rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die alle einen Anteil an dem Preis und dem Exponat haben“ betont Kollmeier.

(Foto: Deutsches Museum)

(Foto: Deutsches Museum)