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Sound Localization Workshop 2014

Unter dem Motto “Stretch it, morph it, bend it, break it” fand am 23. und 24. Juni unter Leitung von Prof. Daniel Tollin (University of Colorado) und Prof. Georg Klump (Universität Oldenburg) der erste Workshop des Exzellenzclusters Hearing4all zum Thema Schallortung statt. Auf dem in Zusammenarbeit mit dem Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) und der Universität Oldenburg organisierten Workshop sprachen mit John Middlebrooks (University of California-Irvine), Andrew Brown (University of Colorado) und Catherine Carr (University of Maryland) auch hochkarätige internationale Referenten.

Obwohl die Schallortung bereits seit 100 Jahren Gegenstand der Forschung ist, sind sowohl die genaue Funktionsweise bei Mensch und Tier als auch die physiologischen Grundlagen, die einer etwaigen Beeinträchtigung dieser Funktion zugrunde liegen, aus neurophysiologischer Sicht bis heute unklar. Ziel des Workshops war es, durch eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme der aktuellen Grundlagenforschung die Wissenslücken über die Mechanismen der Schallortung zu identifizieren. Dabei wurde das Schallortungssystem von Menschen und Tieren sowohl aus entwicklungsbiologischer Perspektive als auch in Studien mit (künstlich, temporär und reversibel!) beeinträchtigtem Hörvermögen, Studien an Schwerhörenden, vergleichenden Studien und Computermodellen aus verschiedensten Perspektiven beleuchtet. Die Wissenschaftler versprechen sich durch die Interaktion der Disziplinen Biologie, Physik und Signalverarbeitung und durch die Kombination der verfügbaren Methoden, langfristig einen Erkenntnisssprung zu erzielen, der letztendlich dafür sorgt, dass die Technik in Hörgeräten und Hörimplantaten die natürlichen Fähigkeiten des gesunden Gehörs besser nachbilden kann.

Neben der Interdisziplinarität stand auch die Interaktivität im Fokus des Workshops. Statt eingleisiger Vorträge wurden in offenen Diskussion Erkenntnisse, Kontroversen, offene Fragen und Hindernisse thematisiert.