Hearing4all präsentiert Forschungeergebnisse auf der CeBIT

Ein Hörsystem, das sich vom menschlichen Gehirn so steuern lässt, dass es die Aufmerksamkeit völlig unbewusst auf den gewünschten Sprecher etwa inmitten einer Stehparty lenkt oder bewusst zwischen Programmen zur Musik- und Spracheverarbeitung wechselt - das war bisher Science-Fiction. Für die Forscher im Exzellenzcluster Hearing4all in Oldenburg und Hannover ist genau diese Gedankenkontrolle ein klarer Auftrag. Neuste Forschungsergebnisse präsentieren die Forscher auf dem Gemeinschaftsstand niedersächsischer Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen auf der CeBIT 2016.

Ein mit einem Hörsystem gekoppeltes Brain-Computer-Interface (BCI) könnte dem Benutzer die volle (Gedanken)Kontrolle über die Programmauswahl geben, ohne externe Fernbedienung oder andere umständliche Lösungen.  Konkret werden für eine solche Steuerung die Elektroenzephalogrammsignale (EEG) ausgewertet, um die Hirnantworten auf motorische oder visuelle Reize zu analysieren. Schon jetzt existieren nichtinvasive auditorische BCIs, die auditorische Aufmerksamkeit und bildgebende EEG-Antworten benutzen. Die Forscher im Exzellenzlcuster Hearing4all arbeiten an einem BCI-Gerät, das nahezu in Echtzeit mit dem Hörsystem kommunizieren und von Schwerhörenden im Alltag erfolgreich eingesetzt werden soll.