Forschungsfeld C: Grundlagenforschung f. Assistive Audiotechnologie

In Forschungsfeld C werden die Grundlagen neuer Technologien erforscht, die es gehörgeschädigten und normalhörenden Personen ermöglichen, in der „auditorischen Welt“, also insbesondere in sehr komplexen akustischen Situationen, gut und richtig zu hören.

Um das „Hören für alle“ Wirklichkeit werden zu lassen, wird hier (vor allem in Task Group 6) besonders der Teil der Bevölkerung berücksichtigt, der einen altersbezogenen progressiven Hörverlust hat, der aber noch nicht diagnostiziert ist („subklinische“ Bevölkerung). Ein derartiger Hörverlust kann frühzeitig aufgefangen werden, indem Technologie, die ursprünglich im Bereich technischer Hörhilfen (Forschungsfeld B) entwickelt wurde und wird, in konventionelle Unterhaltungselektronik (Mobiltelefone, Videokonferenzsysteme, Fernsehgeräte) eingebaut wird. Dadurch wird dem subklinischen Teil der Bevölkerung ein gewisses Maß an Behandlung zuteil, bevor die peripheren Hörstörungen auf die zentrale auditorische Verarbeitung übergreifen können.

In der subklinischen Bevölkerungsschicht sind diagnostische Informationen (wie z.B. Audiogramme) zumeist nicht vorhanden. Daher geht es hier darum, Methoden zu entwickeln, die eigenständige Anpassung beim Benutzer ermöglichen („subklinische Audiologie“). Diese liefern neben Informationen über die Hörfähigkeiten des Benutzers auch Informationen über dessen persönliche Präferenzen. Analog zum auditorischen Patientenprofil des Forschungsfelds A ergibt sich hier das auditorische Verbraucherprofil, auf dessen Basis die Algorithmen in den (gehörunterstützenden) Elektroniksystemen individualisiert werden können. Darüber hinaus werden die im Forschungsfeld B entwickelten Algorithmen zur Quellenauswahl und –trennung im Hinblick auf Raumakustik erweitert, wobei zusätzliche externe Mikrofone und Lautsprecher ins Spiel kommen können. Task Group 7 wird eine neuartige Methode entwickeln, um Hirnaktivität, die mit den nichtinvasiven EEG-Elektroden eines auditorischen Brain-Computer Interface aufgenommen wird, auszuwerten und mit dieser Information assistive Audiogeräte in komplexen Szenen zu steuern.

Forschungsfeldleiter

Prof. Dr. Simon Doclo

Oldenburg/UOL: Signalverarbeitung Kontakt
Dept. of Medical Physics and Acoustics
Signal Processing Group
University of Oldenburg
D-26111 Oldenburg
+49 ( )441 798-3344
+49 (0)441 798-3902

Prof. Dr. Andreas Büchner

Hannover/MHH: HNO/Cochlea-Implantate Kontakt
Deutsches HörZentrum Hannover
Karl-Wiechert-Allee 3
30625 Hannover
+49 (0)511 532-6603 (Sekretariat)