Forschungsfeld A: Bessere Diagnose für bessere individuelle Behandlung

Konventionelle Diagnosemethoden können oft nicht die genaue Ätiologie und Pathophysiologie des Hörverlusts eines Patienten bestimmen. Im Rahmen des Clusters wird eine neue, theoretisch fundierte Diagnose entwickelt, der ein vereinheitlichtes funktionales auditorisches Modell zugrunde liegt

Auf der Basis von Experimenten an Mensch und Tier, sowohl mit invasiven als auch mit nicht-invasien Methoden, werden neue Diagnosemethoden entwickelt, darunter die sogenannten „theragnostischen Implantate“. Diese werden eingesetzt, um die einmalige Gelegenheit der Innenohrdiagnose mithilfe einer implantierten Hörhilfe zu nutzen. Diese Methoden sorgen dafür, dass die Audiologie in eine exakte Wissenschaft transformiert wird, die vom Zusammenspiel von Theorie und Experiment einerseits und Grundlagenforschung und klinischer Versorgung andererseits profitieren kann.

Dieses Forschungsfeld verfolgt drei wesentliche Ziele:

 (1) Die Entwicklung neuer Diagnosemethoden, um die Pathophysiologie von Hörstörungen besser zu erfassen. Hierzu werden Tiermodelle mit bekannter Pathophysiologie bezüglich ihrer auditorischen Funktionen analysiert und die Ergebnisse benutzt, um ein genaueres klinische Bild von menschlichen Patienten zu gewinnen.

(2) “Theragnostischer” Ansatz der Hörversorgung: Mithilfe von gehörerhaltender Innenohrchirurgie  wird eine Innenohrsonde entwickelt, die gleichzeitig ein Cochleaimplantat mit multimodaler Stimulation und ein Messgerät ist. Die so möglichen Innenohrmessungen nach Versorgung erlauben abgesehen von der durch das Implantat erzielten Hörversorgung des Patienten eine funktionale Charakterisierung seines auditorischen Systems.

(3) Individuelles Patientenprofil: durch Mitberücksichtigung kognitiver auditorischer Faktoren wird ein individuelles Patientenprofil entwickelt, das eine sehr viel genauere Vorhersage über den Nutzen einer Hörhilfeversorgung machen kann. Dies ermöglicht eine individuelle Anpassung und damit die optimale Behandlung des individuellen Hörverlusts eines jeden Patienten.

Forschungsfeldleiter

Prof. Prof. h.c. Dr. Thomas Lenarz

stellv. Sprecher; Hannover/MHH: HNO Kontakt
Klinik für HNO-Heilkunde
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover
+49 511 532-6565
+49 511 532-5558

Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier

Sprecher; Oldenburg/UOL: Medizinische Physik Kontakt
Medizinische Physik
Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg
D-26111 Oldenburg
+49 441 798 5470 (Sekretariat)
+49 441 798 3902